Dienstag, 22. März 2016

Scrum: Warum gehören „technische" User Stories nicht in das Product Backlog?


Als Erstes bleibt festzuhalten, dass es keine "technischen" User Stories gibt. Technische Details werden grundsätzlich in Tasks definiert, zudem ist für den Kunden kein direkter Nutzen zu erkennen. Da kein Nutzen zu erkennen ist, kann daraus auch keine User Story geformt werden.


User Stories können grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt werden:
  • Die User Story bringt einen Geschäftswert
  • Die User Story bringt im Zusammenhang mit einer anderen User Story einen Geschäftswert
  • Das Backlog Item erzeugt keinen Geschäftswert – und ist damit auch keine User Story
Mit Geschäftswert ist der Nutzen des Kunden gemeint.

Technische Anforderungen ohne direkten Nutzen für den Kunden sollten als Task beschrieben und der nächst relevanten Story angehängt werden.

In das Product Backlog gehören nur fachliche Items, technische Aspekte sind eher Umsetzungsdetails, Lösungsansätze oder Abnahmekriterien. Das Product Backlog stellt die Grundlage für ein einfaches Verständnis des Produktes dar. Technische Items sind keine Bestandteile dieser Grundlage und können nur intern vom Team behandelt werden. Der Kunde hat davon keinen direkten Nutzen.

Ein weiteres Problem, weswegen technische Details im Product Backlog nichts zu suchen haben, ist die Verantwortung über diese Items. Der Product Owner dürfte mit dem Team nicht über die Einträge diskutieren (nur priorisieren), da es sich schon um technische Details handelt, also die interne Qualität. Wie etwas zu lösen ist, darf nur das Team entscheiden, nicht der Product Owner.

Es muss daher eine Lösung gefunden werden, technische Details immer einer echten User Story unterzuordnen (Tasks). Wie User Stories erstellt und entsprechend klein gehalten werden können, wird in vielen Büchern oder auf vielen Internetseiten umfangreich behandelt.

Kommentare:

  1. Kenne diese Problematik selber auch gut. Das Produktbacklog wird unübersichtlich und letztlich kaum wartbar. Wie werden Tasks verwaltet wenn nicht im Produktbacklog? Hat das Team einen eigenen Tracker für Tasks? Wo werden z.B auch Defekte festgehalten?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Defekte sind meist auf gleicher Ebene wie User Stories angesiedelt, was auch wieder für Unübersichtlichkeit sorgt. Oft können Defekte auch keiner User Story zugeordnet werden, so dass der Defekt nur für sich alleine stehen kann. Außer den Akzeptanzkriterien gibt es auch keine Konventionen für Defekte, da diese nicht in Form einer User Story ("Als Anwender möchte ich...") formuliert werden können.
      Tasks obliegen alleine dem Entwicklungsteam und können beliebig technisch sein. Diese hängen jeweils an User Stories oder Defects und sind auf Backlog-Ebene nicht sichtbar.
      Es gilt bei all den Problemen nur zu vermeiden, wieder in "alte Muster" zu verfallen. Es müssen Lösungen gefunden werden, die dem agilen Prinzip entsprechen.

      Löschen