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Dienstag, 3. März 2026

Die stille Degeneration von Performance

Das Phänomen der schleichenden Verlangsamung

Es beginnt meist unspektakulär. Eine Anwendung reagiert einen Moment später als gewohnt. Ein Bericht braucht ein paar Sekunden länger. Ein API-Call fühlt sich nicht mehr „snappy“ an. Nichts Dramatisches, keine Fehlermeldung, keine Alarmierung. Und doch entsteht mit der Zeit ein diffuses Gefühl: Das System ist träger geworden.

In vielen Organisationen folgt darauf eine typische Aussage: „Es wurde nichts geändert.“ Kein Deployment, keine neue Funktion, keine Infrastrukturmigration. Aus Sicht der Versionshistorie scheint die Welt stabil. Und dennoch verändert sich das Laufzeitverhalten.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Was gute Tests wirklich wirksam macht

Warum Systemzustände, Invarianten und Übergänge wichtiger sind als Testanzahl und Abdeckung

Wenn über Softwarequalität gesprochen wird, fällt der Blick fast automatisch auf Tests. Wie viele gibt es, wie hoch ist die Abdeckung, laufen sie stabil, sind sie grün. Dashboards zeigen Prozentwerte, Pipelines zeigen Häkchen, Reports zeigen Erfolg. Und doch kennt fast jeder erfahrene Entwickler und jede erfahrene QA-Engineer Situationen, in denen ein System im produktiven Betrieb versagt, obwohl zuvor alle Tests bestanden haben. Dieser scheinbare Widerspruch ist kein Randphänomen. Er ist ein strukturelles Missverständnis darüber, was Tests tatsächlich leisten können und was nicht.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Playwright als Blackbox

Der Fehler, den niemand reproduzieren konnte

In komplexen Systemen entstehen Fehler, die sich trotz Logfiles, Monitoring und reproduzierbaren Testfällen jeder Analyse entziehen. Der Ablauf war eindeutig: Ein Nutzer führte eine vollkommen legitime Aktion aus, die Anwendung reagierte ungewöhnlich, ein Prozess blieb hängen, oder ein UI-Element verhielt sich anders als erwartet. Die Telemetrie zeigte Bruchstücke, die Logs enthielten Hinweise, aber keine greifbare Ursache. Solche Situationen kennt jedes Softwareteam. Sie entstehen dann, wenn fehlende Deterministik, unterschiedliche Timing-Verläufe und parallele Prozesse eine Fehlerdiagnose in die Nähe eines Ratespiels verschieben.

Die klassischen Debugging-Methoden stoßen hier an strukturelle Grenzen. Ein Breakpoint im lokalen System bildet nicht die realen Bedingungen ab. Ein manuelles Nachspielen ist unzuverlässig, weil kleinste Timing-Unterschiede das Verhalten verändern können. Auch das genaue Rekonstruieren der Nutzeraktionen ist unmöglich, weil der Client in der Praxis keine vollständige Chronik speichert.

Die entscheidende Frage lautet daher: Was wäre, wenn man eine reale Nutzer-Session exakt zurückspulen könnte? Nicht als grobe Annäherung, sondern als präzise, deterministische Rekonstruktion. Mit allen Interaktionen, jedem Timing, jeder Netzwerkantwort und jedem DOM-Zustand. Ein solches System existiert bisher nicht im gängigen Werkzeugkasten der Webentwicklung und genau hier setzt der Prototyp an, der im Rahmen dieses Artikels präsentiert wird.

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Vom Zugriff zur Kontrolle


Wie aus einer unscheinbaren Schwachstelle vollständige Systemkontrolle wurde

Vor wenigen Wochen durfte ich in meiner beruflichen Laufbahn als technischer Ansprechpartner und koordinierende Schnittstelle bei der Beauftragung, Begleitung und Auswertung eines umfangreichen Penetrationstests wertvolle Einblicke gewinnen.

Dabei ist mir bewusst geworden, wie schwer greifbar dieses Thema für Außenstehende bleibt. Die Berichte wirken abstrakt, die beschriebenen Angriffswege oft technisch verschachtelt, die Relevanz einzelner Schwachstellen auf den ersten Blick gering. Und doch führen gerade diese kleinen technischen Lücken in der Praxis immer wieder zur vollständigen Systemkontrolle.

Mittwoch, 8. Oktober 2025

PDF – das unsichtbare Fundament unserer digitalen Dokumente


Von der Entstehungsgeschichte über die technischen Tiefen bis zu den Fallstricken und der Zukunft eines unterschätzten Standards

Die unsichtbare Allgegenwart

Das Portable Document Format, kurz PDF, gehört zu den am weitesten verbreiteten Dateiformaten der Welt. Es begegnet uns in alltäglichen wie auch hochspezialisierten Situationen: Steuererklärungen, Bewerbungsschreiben, Rechnungen, Bedienungsanleitungen, Gerichtsurteile, wissenschaftliche Publikationen, technische Zeichnungen, Bauanträge, Verträge, Gesetzestexte, Schulungsunterlagen, digitale Tickets. Vom privaten Heimdrucker bis zum hoheitlichen Bundesanzeiger, nahezu jede Instanz der digitalen Informationsverarbeitung hat sich PDF als Endformat zunutze gemacht. Und doch bleibt das Format selbst häufig unsichtbar. Man sieht nur die Darstellung. Nicht die Struktur, nicht die Herkunft, nicht die Möglichkeiten und Schwächen.

Donnerstag, 21. August 2025

Wenn Wissen geht, geht Qualität

Wie man kritisches Systemwissen erhält, bevor es verschwindet

Die unsichtbare Gefahr

In vielen IT-Abteilungen ist Wissen kein dokumentierter, abrufbarer Bestandteil des Systems, sondern liegt in den Erfahrungen einzelner Personen verborgen. Was eine bestimmte Konfiguration wirklich bewirkt, warum ein bestimmter Parameter in der Pipeline auf einen speziellen Wert gesetzt wurde oder wieso ein bestimmter Workaround für ein uraltes System immer noch gebraucht wird – all das ist häufig nirgends nachzulesen. Man verlässt sich darauf, dass „es schon jemand weiß“. Meist ist das auch so. Bis dieser jemand geht.

Donnerstag, 31. Juli 2025

Code-Verfall als Architekturrisiko – Wie Software von Anfang an migrierbar und überlebensfähig gebaut werden muss

Kapitel 1: Der blinde Fleck in der Architektur

Moderne Softwareentwicklung ist getrieben von Geschwindigkeit, Time-to-Market, technologischem Wandel und kurzfristigem Nutzen. Architekturen werden geplant, um neue Features effizient umzusetzen, Anforderungen zu erfüllen, Infrastruktur zu integrieren und operative Komplexität zu beherrschen. Kaum Beachtung findet dabei eine zentrale Eigenschaft, die über die langfristige Existenzfähigkeit eines Softwaresystems entscheidet – seine Migrationsfähigkeit.

Sonntag, 23. Februar 2025

Strukturelle Invarianz als Beweismittel für P ≠ NP - Ein neuartiger Ansatz im P-vs-NP-Problem


Während meines Studiums begann ich, mich intensiv mit dem P-vs-NP-Problem auseinanderzusetzen – einem der faszinierendsten und bislang ungelösten Rätsel der Informatik. Über mehrere Jahre hinweg verfolgte ich diesen Ansatz, entwickelte Hypothesen, sammelte experimentelle Daten und erarbeitete theoretische Beweise. Obwohl diese Ausarbeitung bereits einige Jahre alt ist, ist das Thema nach wie vor von höchster Aktualität und Bedeutung.

Aufgrund der anhaltenden Relevanz und der noch immer bestehenden Problematik habe ich mich nun entschlossen, meine Ergebnisse zu veröffentlichen. Ich hoffe, dass diese Arbeit als Inspiration für weiterführende Forschungen dient und dazu beiträgt, neue Denkansätze und methodische Perspektiven im Diskurs um das P-vs-NP-Problem zu eröffnen.

Donnerstag, 20. Februar 2025

Qualitätssicherung und Release Management in der agilen Softwareentwicklung


In der agilen Softwareentwicklung stehen Unternehmen vor der Herausforderung, kontinuierlich neue Funktionen und Verbesserungen in ihre Anwendungen zu integrieren, ohne dabei die Stabilität und Qualität der Software zu gefährden. Besonders anspruchsvoll ist dies, wenn die Software für mehrere Kunden bereitgestellt wird, die unterschiedliche Anforderungen und Update-Zyklen haben.

Dieser Artikel beschreibt ein praxiserprobtes, ganzheitliches Konzept zur Organisation der Qualitätssicherung (QA) und des Release Managements. Der Fokus liegt auf drei zentralen Bereichen:

  1. Organisatorische Abläufe: Effektive Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, QA und Produktmanagement.
  2. Test-Setup: Strukturierte Teststrategie mit Automatisierung und manuellen Tests.
  3. Release-Management: Sicherstellung stabiler und transparenter Releases mit Versionierung, Kundeneinbindung und Rollback-Optionen.

Dieses Konzept ist flexibel und kann auf verschiedene Softwareprojekte und Unternehmensgrößen angepasst werden.

Mittwoch, 2. Oktober 2024

Erfolgreiche Einführung von SAFe 6.0 und Agile Release Trains: Ein 10-Punkte-Plan zur Transformation


Die Umstellung auf SAFe 6.0 und die Einführung des Agile Release Trains (ART) in einem Unternehmen sind oft komplexe Vorhaben, die mit Herausforderungen verbunden sind. Eine sorgfältige Planung und ein schrittweises Vorgehen sind entscheidend für den Erfolg. Der folgende 10-Punkte-Plan bietet eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Anleitung, um Teams erfolgreich auf die Arbeitsweise von Scrum und SAFe umzustellen.

Montag, 30. September 2024

Auszug aus Buch: Agile IT-Ausbildung: Scrum, KI und Gamification


Gerne möchte ich einen Auszug aus meinem Buch vorstellen, an dem ich zurzeit arbeite. Der Arbeitstitel lautet "Agile IT-Ausbildung: Scrum, KI und Gamification" und behandelt die Elemente Agilität, Künstliche Intelligenz und Gamification, wie der Titel schon verrät. In diesem Buch werden wir uns mit diesen drei Elementen und deren Einfluss auf die IT-Ausbildung und das Agile Coaching eingehend beschäftigen. Wir werden ihre Grundlagen, Prinzipien und Anwendungsbereiche untersuchen, um ein umfassendes Verständnis dieser Bereiche zu erlangen. Es soll nicht nur ein grundlegendes Verständnis für diese Themen bieten, sondern auch praktische Ratschläge und Handlungsempfehlungen für IT-Ausbilder und Agile Coaches, die bestrebt sind, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern.

Viel Spaß beim Lesen!

Mittwoch, 8. Februar 2023

Vergleich von 25 unterschiedlichen Programmiersprachen


In diesem Artikel möchte ich anhand eines einfachen Beispiels Programmiersprachen miteinander vergleichen. Es gibt unzählige Sprachen, die für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden und sich mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden.

Freitag, 27. Januar 2023

COBOL: Ein klassisches Beispiel für eine langlebige und erfolgreiche Technologie


COBOL ist eine Programmiersprache, die in den 1950er Jahren entwickelt wurde und hauptsächlich für geschäftliche Anwendungen verwendet wird. Es wird immer noch in vielen Unternehmen und Regierungsbehörden weltweit verwendet. Einige der wichtigsten Merkmale von COBOL sind seine lesbare Syntax, die Unterstützung für Datenfile-Verarbeitung und die Möglichkeit, große Datenmengen effizient zu verarbeiten.

Einige der Themen, die in diesem Artikel behandelt werden, sind:
  • Die Geschichte von COBOL und wie es entstanden ist
  • Die Verwendung von COBOL in der Vergangenheit und heute
  • COBOL-Syntax und -Semantik
  • COBOL-Programmierkonzepte wie Datenstrukturen und Programmsteuerung
  • Wie COBOL mit Datenbanken und anderen Systemen interagiert
  • Zukunftsaussichten für COBOL und ähnliche Technologien

Freitag, 7. Februar 2020

Pay for Performance contra Agilität

Warum leistungsorientierte Vergütungen (Pay for Performance) in agilen (Software-)Unternehmen nicht funktionieren


Feste Zielvereinbarungen, die einmal pro Fiskaljahr mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden, stehen bei vielen Unternehmen noch als offizielles Werkzeug zur Mitarbeitermotivation im Vordergrund. Oftmals sind diese Zielvereinbarungen in Teamziele und individuelle (persönliche) Ziele aufgeteilt und mit einem Bonus für die betroffenen Mitarbeiter verknüpft.

Freitag, 29. September 2017

Agile UX: Die Verknüpfung von Scrum und UX-Design für ein erfolgreiches Produkt


Mit agilen Vorgehensweisen und User Design existieren zwei Modelle, die oft nebeneinander betrieben werden. Doch anstatt mehrere Methoden anzuwenden, wäre es besser, diese beiden Vorgehen miteinander zu verknüpfen und damit weniger Aufwand und eine bessere Zusammenarbeit herzustellen. Im folgenden Artikel möchte ich aufweisen, wie das möglich ist.

Donnerstag, 23. März 2017

Verbesserung von Scrum: Eine mögliche Variation



Scrum zeichnet sich als agiles Vorgehensmodell vor allem durch feste Regeln aus, die möglichst nicht verändert werden sollten. Doch wie praxisnah sind die Regeln tatsächlich? Passt das Modell ohne Änderungen oder Anpassungen auf jedes Team oder wäre es sinnvoll und effizienter, gewisse Veränderungen vorzunehmen?

Montag, 6. Februar 2017

Worauf kommt es im Job wirklich an? - Zeit für eine kurze Selbstreflexion


Oft wird einem erst bewusst, wie viel tatsächlich gearbeitet und geschafft wird, wenn man genauer darüber nachdenkt. Unsere Zeit ist sehr schnelllebig und vor allem scheinbare Kleinigkeiten, die in der Anzahl aber großen Aufgaben deutlich überwiegen, geraten gerne in Vergessenheit.

Daher ist es vor allem zum Jahreswechsel lohnenswert (auch wenn der Februar schon begonnen hat - wo ist die Zeit bloß hin??), eine kurze Selbstreflexion durchzuführen. Natürlich ist es keine Pflicht oder ein Muss, bringt aber oft eine wichtige Selbsterkenntnis zur Verbesserung seiner Leistung oder einfach nur der Sichtweise auf bestimmte Tätigkeiten mit sich. Auch kleine Erfolge werden durch die wichtige Selbsterkenntnis zu würdigen gelernt und tragen zur Motivation bei.

Dienstag, 8. November 2016

Scrum: Was sind Story Points und wie sollte abgeschätzt werden?


Einer der INVEST-Grundsätze besagt, dass eine gute User Story abschätzbar sein muss. Neben vielen anderen Eigenschaften, wie zum Beispiel die Unabhängigkeit gegenüber anderen User Stories oder die Größe, damit die Aufgabe auch innerhalb eines definierten Zeitraums erledigt werden kann, spielen die Abschätzbarkeit und die Abschätzung an sich eine große Rolle bei der Planung neuer Aufgaben.

Dienstag, 9. August 2016

Zwischenbericht nach einem Jahr agiler Softwareentwicklung mit Scrum

Vor etwas mehr als einem Jahr starteten wir mit dem Sprint 0 in die agile Welt. Inzwischen haben wir fast 30 Sprints hinter uns und eine Menge Erfahrung gesammelt. Meine Rolle als Scrum Master hat sich als eine tolle Herausforderung bewiesen, und sie ist es immer noch. Doch hat sich wirklich alles wie gewünscht zum Besseren geändert?

Freitag, 22. Juli 2016

Scrum ist nichts für Anfänger

Es gibt viele Dinge zu beachten, wenn sich ein Unternehmen oder einzelne Teams dazu entscheiden, in die agile Welt vorzurücken. Die meisten Probleme treten jedoch erst in den Vordergrund, wenn die Umstellung bereits erfolgt ist. Das ist auch gleichzeitig einer der größten Vorteile von Scrum: Die Schaffung von Transparenz und die Sichtbarkeit von Problemen und Flaschenhälsen.

Viel zu selten werden jedoch die betroffenen Personen betrachtet. Längst nicht jeder ist dazu geeignet, eine agile Vorgehensweise einzusetzen. Viel zu komfortabel waren bisher die Inseln, die man sich selbst geschaffen hat. Wieso soll man daher eine Umstellung wagen? Es lief bisher doch auch alles super!

Scrum selbst ist aufgrund der wenigen Regeln super für den Einstieg in die Agilität geeignet. Die wenigen Regeln, Rollen, Aktivitäten und Artefakte lassen sich schnell und einfach verinnerlichen. Die eigentliche Schwierigkeit besteht aber in der Anwendung agiler Methoden, die nirgends festgeschrieben sind. Neben hohen Anforderungen, die an den Product Owner und den Scrum Master gestellt werden, sind vor allem die Entwickler gefragt, die nur mit höchster Professionalität in agilen Umgebungen überleben können.

Die Anforderungen an die Entwickler sind unter anderem: