Samstag, 16. Dezember 2017

Testbericht der mechanischen TKL-Tastatur Lioncast LK200


Einleitung


Hochwertige Tastaturen zählen für mich als Vielschreiber und Gamer zu den wichtigsten Bestandteilen eines funktionierenden Computersystems. Das Eingabemedium ist nicht bloß ein Zubehörteil, die Qualität dieser Peripherie bestimmt einen Großteil des Nutzererlebnisses bei der Bedienung von Programmen.

Aus diesem Grund lege ich viel Wert auf eine saubere und hochwertige Verarbeitung und gebe auch gerne viel Geld dafür aus, unter der Voraussetzung, dass das Gerät viele Jahre halten muss. Mechanische Tastaturen sind für mich nicht mehr verzichtbar, da das Tippgefühl und die Langlebigkeit hauptsächlich durch die verwendeten Schalter definiert werden. Wie lange die verwendeten Caps (Tastenkappen) halten, richtet sich nach dem Material und der Verarbeitungsqualität.

Vor einigen Jahren bin ich auf die mechanische Tastatur LK20 des Berliner Herstellers Lioncast aufmerksam geworden, als ich auf der Suche nach einem robusten TKL-Modell mit braunen Cherry-Schaltern war. Schnell wurde das auf Gaming ausgelegte Produkt durch die LK30 ergänzt, um für Programmierarbeiten verwendet zu werden.

Mitte 2017 wurde von Lioncast mit der LK300 eine weitere mechanische Tastatur in das Produktsortiment aufgenommen, diese verwendet jedoch rote Switches von Kailh und setzt optisch neue Akzente. Auch dazu habe ich einen umfangreichen Test durchgeführt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Tastatur bereits sehr nah an einem für mich perfekten Eingabegerät herankommt. Außerdem habe ich an Lioncast einen Wunsch gerichtet: "Bitte bringt von der LK300 eine TKL-Variante raus!".

Mit der LK200 wird mir dieser Wunsch erfüllt und es werden sogar noch weitere Kritikpunkte aus meinem Test zur LK300 angegangen, was die kleine TKL-Tastatur zu meinem absoluten Liebling in meinem Sortiment werden lässt. Welche das sind, möchte ich im nachfolgenden Text gerne erwähnen.



Optik


Wie auch die Version mit Nummernpad ist die TenKeyLess-Variante voll auf Gaming ausgelegt und macht auf dem Schreibtisch einiges her mit der gebürsteten Aluminiumplatte und der RGB-Beleuchtung. Jeder einzelnen Taste kann eine eigene Farbe zugeordnet werden, womit viele Bedürfnisse unterschiedlicher Anwender abgedeckt werden. 

Das etwas klobige Design der LK20 und LK30, das mich persönlich jedoch nie sonderlich gestört hat, wurde bereits mit der LK300 abgelegt. Auch der jüngste Sprössling sieht edel und topmodern aus und muss sich nicht hinter den großen internationalen Namen verstecken.





Verarbeitung


Mit 720 Gramm ist die LK200 ca. 300 Gramm leichter als ihr Quasi-Vorgänger und stellt damit die leichteste Tastatur des Berliner Herstellers dar. Sogar das Einsteigermodell LK12 ist mit knapp 800 Gramm ein wenig schwerer ausgefallen. Umso wichtiger sind die gummierten Füße, die auch in den hitzigsten Gefechten ein Verrutschen zuverlässig verhindern.

Weiterhin sind keine Spaltmaße zu entdecken und die gummierten Tastenkappen sollten auch hohen Ansprüchen gewappnet sein. Bei der LK300, die ich seit einem halben Jahr im täglichen Einsatz habe, sind zumindest noch keine Abnutzungsspuren sichtbar.

Auch einer meiner wenigen Kritikpunkte an dem Vorgänger wurde angegangen. Damals hatte ich noch auf einen leichten Grat an der Kante und unterhalb der Caps moniert, diese kleine Schwäche kann ich beim neuesten Modell von Lioncast nicht mehr feststellen. Super!




Ausstattung


Die RGB-Tasten- und Hintergrundbeleuchtung ist eines der Top-Features der Tastatur, es sind viele optische Spielereien und Einstellmöglichkeiten der Beleuchtung möglich. Genau wie bei der LK300 werden jedoch einige Tasten nicht komplett ausgeleuchtet, was im Praxiseinsatz aber nicht weiter störend auffällt. Toll finde ich, dass auf dedizierte Makro-Tasten verzichtet wurde, um die schlanken Abmessungen einzuhalten. Bisher habe ich diese Tasten bei keiner Tastatur benötigt.

Leider fehlen weiterhin ein USB-Port oder ein Kopfhöreranschluss, auch ein steckbares USB-Kabel für den Anschluss am Computer wäre von Vorteil gewesen. Aber muss nicht immer Luft nach oben sein, um sich auch bei diesem Top-Modell noch verbessern zu können?



Praxiseinsatz


Die LK200 wird hauptsächlich zum Schreiben längerer Texte (Testberichte, Blogposts, wissenschaftliche Artikel) eingesetzt oder als Eingabegerät für Videospiele. Im Gegensatz zu den von mir ebenfalls gerne eingesetzten Cherry-Brown-Switches verfügen die roten Kailh-Schalter über keine taktile Rückmeldung, der notwendige Tastendruck zur Auslösung ist aber ähnlich niedrig.

Vor allem längere Texte lassen sich mit der Tastatur mühelos schreiben, ohne dass die Hände ermüden oder verkrampfen. Die Abstände der Tasten sind genau richtig und der Auslösedruck super für einen perfekten Schreibfluss. Lediglich den blauen Cherry-Schaltern muss sich die Tastatur in dieser Disziplin beugen, die voll auf lange Schreibarbeiten ausgelegt sind.

Auch bzw. vor allem zum Zocken eignet sich die Tastatur perfekt. Es ist keine taktile Rückmeldung notwendig und der Auslösedruck ist sehr gering. Vor allem für Spiele, die eine hohe Reaktion erfordern, wie z.B. CS:GO, ist die Tastatur geeignet. Alle Tasten lassen sich schnell erreichen und können im Eifer des Gefechts auch nicht versehentlich verwechselt werden.




Software


Erneut muss ich ein großes Lob aussprechen. Die Tastatur ist darauf ausgelegt, dass zum Betrieb und für die volle Funktionalität keine weitere Software notwendig ist. Es wird daher auch keine Treiber-CD mitgeliefert und auch das Handbuch kann wie die Software auf der Lioncast-Homepage heruntergeladen werden. Die Software bietet als Mehrwert eine etwas komfortablere Einrichtung der Tastatur an. Die Oberfläche ist übersichtlich und einfach zu bedienen, jede einzelne Taste kann schnell ausgewählt und eine Farbe oder Funktion zugewiesen werden. Das wäre alles auch ohne Software möglich, so geht es jedoch etwas schneller.

Fazit


Mit dem Fokus auf das Notwendigste, also der Reduzierung um den Nummernblock sowie der Makrotasten und der besseren Verarbeitung als beim Vorgänger, mausert sich die LK200 aus dem Stand zu meinem Liebling unter den mechanischen Tastaturen. Die Optik und das Schreibgefühl sind überragend und bestimmen das positive Gesamtbild der Tastatur, was auch die fehlenden Anschlüsse nicht beeinträchtigen können.



Zusammenfassung Pro / Contra


Pro
+ Edle Optik
+ Stimmige TKL-Design
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Sehr gutes Schreibgefühl
+ Sehr schnelle Auslösung
+ RGB-Beleuchtung
+ Optionale Software

Contra
- Keine USB- oder Audioports
- Anschlusskabel fest verbaut

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