Montag, 15. Dezember 2008

Technisches Steinzeitalter

Von der technischen Entwicklung her befinden wir uns noch ganz am Anfang. Die relevanten Entwicklungen kommen viel zu schleppend voran. Da sich die Weiterentwicklung der meisten Produkte erst lohnt, wenn diese massentauglich geworden sind, kommt die Computer-Branche in Sachen Neuentwicklungen nur sehr langsam voran.


Forschungen zeigen ganz andere Tendenzen. Im Bereich der Server-Technologien sind schon seit Jahren Techniken im Einsatz, die leider zu teuer für den Privatanwender sind. Die Ach-so-neue 64-Bit Technologie gab es vor Einführung in den Privatmarkt im Jahr 2003 schon seit 1991 für Serverfamilien, der Einsatz in Supercomputern erfolgt bereits seit 1961. Bereits dort erkannte man die Vorteile der 64-Bit Architektur; aber selbst heute steht größtenteils noch kein 64-Bit Adressraum zur Verfügung, sondern nur ein 32-Bit Adressraum. Dadurch entstehen häufig Verwirrungen durch Angaben in Rechnern, die 4 GB Hauptspeicher installiert haben. Im Gegensatz dazu ist ein 32-Bit Windows installiert, es kann also nur 3 GB adressiert werden, 1 GB wird vom System verwendet.
Ähnlich altertümlich geht es bei aktuelleren Meldungen zu. Durch den Einsatz von Netbooks werden weitere Entwicklungen vorangetrieben. Die Akkuleistungen mobiler Geräte bleiben natürlich schlecht, damit kann man laut den Herstellern weniger Kunden fangen als mit offensichtlicheren Angaben wie CPU-Leistung oder Speicherkapazität. An diesem Punkt kommen die SSDs (Solid State Drives) ins Spiel, die laut den Herstellern neben der Unempfindlichkeit gegen äußere Einwirkungen auch noch einen geringeren Strombedarf aufweisen. Die Werbung wirkt, auch wenn die Realität anders aussieht und sich die Geräte im direkten Vergleich mit den Dino-Produkten der Branche in Sachen Leistungsaufnahme nur minimal unterscheiden. Es ist von Festplatten die Rede, die bereits seit 1956 die selbe Technologie verwenden, wie heute noch. Rotierende Magnetscheiben, die einem derart hohen Verschleißgrad ausgesetzt sind, gehören nun endgültig ins Museum.
Aus diesem Grund kann man die Einführung von SSDs in den Privatmarkt nur begrüßen, auch wenn es sehr lang gedauert hat. Auch SSDs gibt es seit ca. 15 Jahren, durch die kompakte Größe von Netbooks werden die jetzt aber erst für die breite Masse der Privatanwender interessant. Ende nächsten Jahres sollen die Drives mit einer Kapazität von 512 GB dem Endkunden angeboten werden. Derzeit werden 64 GB eingesetzt... bei normalen Festplatten sind 1 TB inzwischen üblich.
Hoffentlich gelingt der Umstieg auf SSD schneller als die eigentliche Entwicklung, dann kann die Festplatte endlich in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen... und es können neue Forschungen eingeleitet werden - die dann in 15 Jahren massentauglich werden!

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